Lokativ

Der Wo-Fall: sagen, wo etwas ist – und worüber man spricht.

1Einstieg
2Beispiele
3Regel
4Vergleich
5Üben
6Spickzettel
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Einstieg

Erinnerst du dich an „Živim u Sarajevu." aus dem Fälle-Überblick? Aus Sarajevo wurde Sarajevu – das ist der Lokativ, der Ort-Fall. Er beantwortet die Frage: gdje? (wo?)

Und im Akkusativ-Kapitel hast du den Gegensatz schon gesehen: „u grad" (wohin?) gegen „u gradu" (wo?). Der Lokativ ist die zweite Hälfte dieses Paares.

Eine Besonderheit macht ihn leicht erkennbar: Der Lokativ steht nie allein – immer mit einer Präposition wie u, na oder o.

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Beispiele

Zwei Dinge tauchen in jedem Satz auf: eine Präposition und eine Endung. Achte auf beide:

u Sarajevu
in Sarajevo
Živim u Sarajevu.
na stolu
auf dem Tisch
Knjiga je na stolu.
u školi
in der Schule
Feminin: -a wird -i
na moru
am Meer
Neutrum: -e wird -u
u gradu
in der Stadt
Maskulin: + -u
o filmu
über den Film
Pričamo o filmu.

Erkennst du das System? Vor dem Wort steht immer eine Präposition (u, na, o) – ohne sie gibt es keinen Lokativ. Und die Endung: Maskulin und Neutrum enden auf -u (gradu, moru), Feminin auf -a wird zu -i (školi).

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Die Regel

Gruppe 1: Wofür steht der Lokativ?

Der Lokativ hat zwei Hauptaufgaben – und immer eine Präposition dabei. Seine Fragen: gdje? (wo?) und o kome / o čemu? (worüber?)

Aufgabe Präposition Beispiel
Ort (wo?) u, na Živim u gradu. – Ich wohne in der Stadt.
Ort (wo?) na Knjiga je na stolu. – Das Buch ist auf dem Tisch.
Thema (worüber?) o Pričamo o filmu. – Wir sprechen über den Film.

Gruppe 2: So bildest du den Lokativ (Singular)

Erfreulich einfach: Maskulin und Neutrum verhalten sich gleich, Feminin auf -a bekommt -i.

Geschlecht Endung Beispiele
Maskulin + -u grad → u gradu, stol → na stolu
Neutrum -o/-e → -u selo → u selu, more → na moru
Feminin auf -a -a → -i škola → u školi, žena → o ženi
Eine Erleichterung: Wie im Fälle-Überblick versprochen, ist der Lokativ bei Substantiven gleich dem Dativ: ženi (dem/über die Frau), školi (der/in der Schule). Du lernst also zwei Fälle mit einer Form.
Im Plural: Maskulin und Neutrum enden auf -ima (u gradovima, u selima), Feminin auf -a auf -ama (u školama, o ženama).

Gruppe 3: Der Schlüssel – wo? oder wohin?

Dieselben Präpositionen u und na können zwei Fälle verlangen. Das Verb verrät, welcher: Bewegung zu etwas hin → Akkusativ, Aufenthalt an einem Ort → Lokativ.

Richtung (wohin?) – Akkusativ Ort (wo?) – Lokativ
Idem u grad. – Ich gehe in die Stadt. Živim u gradu. – Ich wohne in der Stadt.
Idem u školu. – Ich gehe in die Schule. Učim u školi. – Ich lerne in der Schule.
Eselsbrücke: Verben der Bewegung (ići – gehen, putovati – reisen) zeigen meist auf ein Ziel → Akkusativ. Verben des Seins oder Bleibens (biti, živjeti – wohnen, raditi – arbeiten) beschreiben einen Ort → Lokativ.
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Deutsch ↔ Bosnisch

Deutsch

Du kennst das schon: „in die Stadt" (wohin?) gegen „in der Stadt" (wo?).

Dieselbe Präposition „in", aber Akkusativ für die Richtung und Dativ für den Ort.

Bosnisch

Genau dieselbe Logik: „u grad" (wohin?) gegen „u gradu" (wo?).

Dieselbe Präposition „u", aber Akkusativ für die Richtung und Lokativ für den Ort.

Dein großer Vorteil: Das Konzept „wo vs. wohin" gibt es im Deutschen ganz genauso (Wechselpräpositionen). Wo das Deutsche dort den Dativ nimmt, nimmt das Bosnische den Lokativ. Du musst also nur die Endungen neu lernen – die Idee dahinter kennst du längst.

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Üben

Teste dein Wissen mit 10 Fragen:

Frage 1 von 10
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Spickzettel

Das Wichtigste auf einen Blick

Aufgabe: Ort (wo? gdje?) und Thema (worüber?). Steht immer mit Präposition.
Wichtigste Präpositionen: u (in), na (auf/an), o (über).
Maskulin & Neutrum: + -u (u gradu, na moru, u selu).
Feminin auf -a: -a → -i (u školi, o ženi). Tipp: gleich wie der Dativ!
Plural: Maskulin & Neutrum -ima (u gradovima), Feminin -ama (u školama).
Wo vs. wohin: u gradu (Lokativ, wo?) – u grad (Akkusativ, wohin?). Wie deutsch „in der / in die Stadt".