Modalverben & Imperativ

Sagen, was du willst, musst und kannst – und anderen sagen, was sie tun sollen.

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Einstieg

„Ich lerne" kannst du schon (Učim). Aber wie sagst du, was du willst, musst oder kannst? „Moram učiti." (Ich muss lernen.) – „Mogu doći." (Ich kann kommen.) – „Hoću jesti." (Ich will essen.)

Und manchmal willst du jemandem sagen, was er tun soll: „Slušaj!" (Hör zu!) – „Dođi!" (Komm!) Das ist der Imperativ, die Befehlsform.

Zwei nützliche Werkzeuge auf einmal – und die Modalverben funktionieren fast wie im Deutschen.

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Beispiele

Zwei Muster tauchen auf: Modalverb + Infinitiv und der Imperativ (Befehlsform). Achte auf das hervorgehobene Wort:

Mogu plivati.
Ich kann schwimmen.
moći + Infinitiv
Moram raditi.
Ich muss arbeiten.
morati + Infinitiv
Hoću jesti.
Ich will essen.
htjeti + Infinitiv
Slušaj!
Hör zu!
Imperativ (du)
Dođite!
Kommt! / Kommen Sie!
Imperativ (höflich/Mehrzahl)
Nemoj plakati!
Wein nicht!
verneinter Imperativ – auch: Ne plači!

Zwei Bausteine: Modalverben (mogu, moram, hoću) verbinden sich mit dem Infinitiv – ganz wie im Deutschen. Der Imperativ hat eigene Endungen (-aj, -i, -ite …). Verneinen kannst du ihn auf zwei Wegen: mit „ne" vor der Befehlsform oder mit „nemoj" + Infinitiv.

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Die Regel

Gruppe 1: Die wichtigsten Modalverben

Du konjugierst das Modalverb (nach Person) und hängst den Infinitiv an – der bleibt unverändert:

Infinitiv Bedeutung ich-Form
moćikönnenmogu
moratimüssenmoram
htjetiwollenhoću
trebatisollen / brauchentrebam
smjetidürfensmijem
Struktur: Modalverb + Infinitiv – „Moram učiti." (Ich muss lernen.), „Možeš doći." (Du kannst kommen.), „Hoćemo jesti." (Wir wollen essen.)
Typisch Bosnisch: Statt des Infinitivs hört man sehr oft „da" + Präsens. „Moram da radim." bedeutet genau dasselbe wie „Moram raditi." – beide sind richtig. Die da-Form ist in Bosnien besonders verbreitet.

Gruppe 2: So bildest du den Imperativ

Den Imperativ gibt es für du, wir und ihr/Sie. Die Endung richtet sich nach dem Verbstamm:

Verb du! wir! ihr / Sie!
raditi (arbeiten)radi!radimo!radite!
učiti (lernen)uči!učimo!učite!
gledati (schauen)gledaj!gledajmo!gledajte!
slušati (zuhören)slušaj!slušajmo!slušajte!
piti (trinken)pij!pijmo!pijte!
Die Faustregel: Endet der Verbstamm auf einen Vokal (gleda-, sluša-, pi-), kommt -j / -jmo / -jte dran (gledaj!). Endet er auf einen Konsonanten (rad-, uč-), kommt -i / -imo / -ite dran (radi!).
Wichtige unregelmäßige Formen: dođi! / dođite! (komm/kommt), idi! / idite! (geh/geht), budi! / budite! (sei/seid), jedi! / jedite! (iss/esst).

Gruppe 3: Verneinen & höflich bleiben

Einen Befehl kannst du auf zwei Wegen verneinen – beide sind korrekt: mit „ne" vor der Befehlsform oder mit „nemoj" (du) bzw. „nemojte" (ihr/Sie) + Infinitiv:

Form du ihr / Sie
positiv Slušaj! Slušajte!
mit ne Ne slušaj! Ne slušajte!
mit nemoj Nemoj slušati! Nemojte slušati!
Bedeutung: „Slušaj!" heißt „Hör zu!" – die beiden unteren Zeilen heißen beide „Hör nicht zu!". Der Unterschied liegt nicht im Inhalt, sondern im Ton.
Welche Form wann? „Ne slušaj!" ist die direktere, knappere Variante – so klingt ein klares Nein unter Freunden, in der Familie, im Alltag. „Nemoj slušati!" ist milder und höflicher, fast wie eine Bitte („lass das lieber"). Wenn du unsicher bist, ist „nemoj" die sichere Wahl. Nur ein paar feste Wendungen stehen praktisch immer mit „ne": „Ne boj se!" (Hab keine Angst!), „Ne brini se!" (Mach dir keine Sorgen!)
Höflichkeit: Die vi-Form (-ite bzw. -jte) ist – wie schon beim Präsens – zugleich die Höflichkeitsform: „Dođite, molim vas!" (Kommen Sie bitte!)
Kleiner Vorgriff: Nach „ne" steht fast immer ein Verb, das einen Vorgang beschreibt („Ne čitaj to!" – Lies das nicht!). „Nemoj" ist auch hier flexibler. Woran das liegt, klärt Kapitel 24 (Verbalaspekt) – für A2 genügt: beide Verneinungen sind richtig.
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Deutsch ↔ Bosnisch

Deutsch

Modalverb + Infinitiv: „Ich muss arbeiten." – das kennst du.

Imperativ mit eigenen Formen: „Komm!", „Hör zu!" – verneint mit genau einem Wort: „Hör nicht zu!"

Bosnisch

Modalverb + Infinitiv genauso – oder „da" + Präsens: „Moram da radim."

Imperativ mit eigenen Endungen, verneint mit „ne" oder „nemoj": „Ne slušaj!" / „Nemoj slušati!"

Viel ist vertraut: Das Modalverb-Infinitiv-Muster gibt es im Deutschen genauso. Zwei Dinge sind neu: die häufige bosnische Variante „da" + Präsens und die Tatsache, dass es beim verneinten Befehl zwei Möglichkeiten gibt – das direktere „ne" und das mildere „nemoj".

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Üben

Teste dein Wissen mit 10 Fragen:

Frage 1 von 10
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Spickzettel

Das Wichtigste auf einen Blick

Modalverben: moći (können), morati (müssen), htjeti (wollen), trebati (sollen/brauchen), smjeti (dürfen).
Struktur: Modalverb (konjugiert) + Infinitiv – „Moram raditi.", „Mogu doći."
Typisch Bosnisch: „da" + Präsens statt Infinitiv – „Moram da radim" = „Moram raditi".
Imperativ-Endungen: nach Vokal -j/-jmo/-jte (slušaj!), sonst -i/-imo/-ite (radi!). Die vi-Form ist auch die Höflichkeitsform.
Unregelmäßig: dođi! (komm), idi! (geh), budi! (sei), jedi! (iss).
Verneinen – zwei Wege: „ne" + Befehlsform („Ne slušaj!", direkter) oder „nemoj"/„nemojte" + Infinitiv („Nemoj slušati!", milder). Beides ist korrekt.