Dativ

Der Wem-Fall: der Empfänger – und die Form kennst du schon aus dem Lokativ.

1Einstieg
2Beispiele
3Regel
4Vergleich
5Üben
6Spickzettel
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Einstieg

Wenn du jemanden kennenlernst, sagst du: „Drago mi je!" (Freut mich!). Und du kennst schon „Daj mi knjigu." (Gib mir das Buch) und „Pomažem joj." (Ich helfe ihr). All das ist der Dativ – der Wem-Fall.

Er zeigt den Empfänger (wem gebe, sage, helfe ich?) und steht bei vielen Gefühlsausdrücken. Die beste Nachricht: Bei Substantiven ist der Dativ gleich dem Lokativ – die Formen beherrschst du also längst.

Noch ein Geschenk: Viele Verben nehmen den Dativ genau wie im Deutschen – helfen, glauben, danken, gehören.

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Beispiele

Der Dativ zeigt fast immer, wem etwas gilt. Achte auf die Endung und die Rolle:

Drago mi je!
Freut mich!
feste Wendung
Dajem knjigu bratu.
Ich gebe dem Bruder ein Buch.
Empfänger (wem?)
Pomažem majci.
Ich helfe der Mutter.
Verb mit Dativ
Hladno mi je.
Mir ist kalt.
Gefühl / Zustand
Vjerujem ti.
Ich glaube dir.
Verb mit Dativ
Idem k doktoru.
Ich gehe zum Arzt.
Richtung: k + Dativ

Erkennst du das Muster? Der Dativ steht für den Empfänger (bratu), nach bestimmten Verben (pomažem, vjerujem), bei Gefühlen (hladno mi je) und nach „k/ka". Die Endungen: Maskulin & Neutrum -u (bratu, doktoru), Feminin auf -a wird -i (majci) – genau wie beim Lokativ.

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Die Regel

Gruppe 1: Wofür steht der Dativ?

Der Dativ hat vier typische Aufgaben. Seine Frage: kome? (wem?)

Aufgabe Beispiel
Empfänger (wem?) Dajem knjigu bratu. – Ich gebe dem Bruder ein Buch.
Verben mit Dativ Pomažem majci. – Ich helfe der Mutter.
Gefühl / Zustand Hladno mi je. – Mir ist kalt.
Richtung zu jemandem (k/ka) Idem k doktoru. – Ich gehe zum Arzt.

Gruppe 2: So bildest du den Dativ (Singular)

Maskulin und Neutrum bekommen -u, Feminin auf -a bekommt -i. Kommt dir bekannt vor? Das sind genau die Lokativ-Endungen.

Geschlecht Endung Beispiele
Maskulin+ -ubrat → bratu, doktor → doktoru
Neutrum-o/-e → -uselo → selu, more → moru
Feminin auf -a-a → -ižena → ženi, sestra → sestri
Die große Erleichterung: Der Dativ ist bei Substantiven identisch mit dem Lokativ – bratu, ženi, gradu. Wer das eine kann, kann das andere. Nur die Verwendung ist anders (Lokativ = Ort mit Präposition, Dativ = Empfänger).
Kleine Lautänderung: Endet ein feminines Wort auf -ka, -ga oder -ha, wandelt sich der Laut vor -i: majka → majci (Mutter), ruka → ruci (Hand), noga → nozi (Bein).

Gruppe 3: Gefühle & Zustände – „… mi je"

Sehr typisch und sehr nützlich: Gefühle und Befinden drückt man mit dem Dativ aus. Wörtlich heißt es „(Eigenschaft) ist mir":

Bosnisch Deutsch
Drago mi je.Freut mich.
Hladno mi je.Mir ist kalt.
Dobro mi je.Mir geht es gut.
Muka mi je.Mir ist übel.
Die Dativ-Pronomen (aus dem Pronomen-Kapitel): mi (mir), ti (dir), mu (ihm), joj (ihr), nam (uns), vam (euch), im (ihnen). Sie stehen an zweiter Stelle: „Hladno mi je.", „Kako ti je?"
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Deutsch ↔ Bosnisch

Deutsch

Der Dativ ist der Empfänger: „Ich gebe dem Freund ein Buch."

Viele Verben verlangen den Dativ: helfen, glauben, danken, gehören. Und: „Mir ist kalt."

Bosnisch

Gleiches Prinzip: „Dajem knjigu prijatelju."

Und dieselben Verben nehmen den Dativ: pomagati, vjerovati, zahvaliti, pripadati. „Hladno mi je."

Erstaunlich parallel: Der Dativ funktioniert fast wie im Deutschen – sogar dieselben Verben (helfen = pomagati, glauben = vjerovati) verlangen ihn, und „Mir ist kalt" ist in beiden Sprachen ein Dativ. Neu sind nur die Endungen – und die kennst du schon aus dem Lokativ.

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Üben

Teste dein Wissen mit 10 Fragen:

Frage 1 von 10
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Spickzettel

Das Wichtigste auf einen Blick

Aufgaben: Empfänger (wem? kome?), Verben mit Dativ, Gefühle/Zustände, Richtung mit k/ka.
Maskulin & Neutrum: + -u (brat → bratu, selo → selu).
Feminin auf -a: -a → -i (žena → ženi, majka → majci).
Wichtig: Der Dativ ist gleich dem Lokativ – die Formen kennst du schon.
Verben mit Dativ (wie im Deutschen): pomagati (helfen), vjerovati (glauben), zahvaliti (danken), pripadati (gehören).
Unpersönlich: „… mi je" – Drago mi je (Freut mich), Hladno mi je (Mir ist kalt).