Futur I

Über die Zukunft sprechen – mit den Kurzformen von „htjeti" und dem Infinitiv.

1Einstieg
2Beispiele
3Regel
4Vergleich
5Üben
6Spickzettel
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Einstieg

Im Modalverben-Kapitel hast du htjeti (wollen) kennengelernt: „Hoću jesti." (Ich will essen.) Jetzt kommt der Clou: Aus genau diesem Verb baust du die Zukunft.

Radit ću." heißt „Ich werde arbeiten." Das kleine ću ist eine Kurzform von hoću (ich will). Genau wie das englische „I will" eigentlich von „wollen" kommt – aus dem Wollen wird die Zukunft.

Du brauchst nur zwei Zutaten: sechs winzige Wörtchen (ću, ćeš, će …) und den Infinitiv. Mehr nicht.

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Beispiele

In jedem Satz stecken zwei Teile: eine Kurzform (ću, ćeš, će …) und der Infinitiv. Achte auf das hervorgehobene Wörtchen:

Radit ću.
Ich werde arbeiten.
ću = Kurzform von hoću
Ćeš li doći?
Wirst du kommen?
ćeš = du wirst
Ona će učiti.
Sie wird lernen.
će = er/sie/es wird
Putovat ćemo.
Wir werden reisen.
-ti fällt weg: putovati → putovat
Neću raditi.
Ich werde nicht arbeiten.
Verneinung: neću
Sutra ću kuhati.
Morgen werde ich kochen.
ću an zweiter Stelle

Erkennst du das Muster? Die Kurzformen ću, ćeš, će sind das „werde/wirst/wird". Dazu kommt der Infinitiv. Und – wie schon bei „sam" im Perfekt – steht das kurze Wörtchen an zweiter Stelle (Sutra ću kuhati).

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Die Regel

Gruppe 1: Die Kurzformen von htjeti

Das Futur I = Kurzform von htjeti + Infinitiv. Diese sechs Wörtchen sind dein „werden":

Person Kurzform Deutsch
jaćuich werde
tićešdu wirst
on / ona / onoćeer/sie/es wird
mićemowir werden
vićeteihr/Sie werdet
oni / one / onaćesie werden
Anders als das Perfekt: Das Futur gleicht sich nicht an das Geschlecht an. „Radit ću" sagt ein Mann genauso wie eine Frau – der Infinitiv bleibt immer gleich.

Gruppe 2: Zwei Wege – und die Verschmelzung

Es gibt zwei gleichwertige Reihenfolgen. Steht der Infinitiv vorne, verschmilzt er mit der Kurzform: das -i von -ti fällt weg.

Reihenfolge Beispiel (raditi) Deutsch
Pronomen + Kurzform + Infinitiv Ja ću raditi. Ich werde arbeiten.
Infinitiv (verschmolzen) + Kurzform Radit ću. Ich werde arbeiten.
Die Verschmelzung: raditi → radit ću, putovati → putovat ćemo. Das -i verschwindet. Im Gespräch (und oft in der Schrift) wird daraus sogar ein Wort: „radiću", „putovaćemo".
Stellung: Wie alle kurzen Wörter steht die Kurzform an zweiter Stelle und nie am Satzanfang: „Sutra ću raditi." oder „Radit ću." – aber nicht „Ću raditi."

Gruppe 3: Verneinen & Fragen

Die Verneinung hat eigene, verschmolzene Formen (neću, nećeš …). Die Frage kennst du aus dem Fragen-Kapitel:

Funktion Beispiel
Verneinung (neću, nećeš …) Neću raditi. – Ich werde nicht arbeiten.
Frage mit „da li" Da li ćeš doći? – Wirst du kommen?
Frage mit „li" Hoćeš li doći? – Wirst du kommen?
Verneinung merken: Sie ist die volle Form von „nicht wollen": neću, nećeš, neće, nećemo, nećete, neće. Anders als die kurze Form darf „neću" am Satzanfang stehen: „Neću raditi."
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Deutsch ↔ Bosnisch

Deutsch

Futur mit werden + Infinitiv: „Ich werde arbeiten."

Oft reicht auch das Präsens mit Zeitangabe: „Morgen arbeite ich."

Bosnisch

Futur mit den Kurzformen von htjeti + Infinitiv: „Radit ću."

Die Kurzform ist ein klitisches Wörtchen – sie steht an zweiter Stelle und kann verschmelzen.

Vertraut und neu zugleich: Die Idee „Hilfswort + Infinitiv" ist wie das deutsche „werden + Infinitiv". Neu sind zwei Dinge: Das Hilfswort kommt vom Wollen (htjeti), und es ist eine kurze Form, die an zweiter Stelle steht und mit dem Infinitiv verschmelzen kann (radit ću).

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Üben

Teste dein Wissen mit 10 Fragen:

Frage 1 von 10
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Spickzettel

Das Wichtigste auf einen Blick

Formel: Kurzform von htjeti (ću, ćeš, će, ćemo, ćete, će) + Infinitiv.
Zwei Wege: „Ja ću raditi." oder verschmolzen „Radit ću." – beide korrekt.
Verschmelzung: Steht der Infinitiv vorne, fällt das -i von -ti weg: raditi → radit ću.
Stellung: Die Kurzform steht an zweiter Stelle, nie am Anfang („Sutra ću …").
Verneinen: neću, nećeš, neće … + Infinitiv – „Neću raditi."
Kein Geschlecht: Anders als im Perfekt ändert sich nichts nach Mann/Frau – „Radit ću" für alle.