Possessivpronomen
Mein, dein, sein … – wie du Besitz ausdrückst, und das besondere Wort „svoj".
Einstieg
„Mein", „dein", „unser" – Besitz auszudrücken kennst du aus dem Deutschen. Im Bosnischen heißt es „moj brat" (mein Bruder), „moja sestra" (meine Schwester). Fällt dir etwas auf? Das Wort für „mein" verändert seine Endung.
Der Grund: Possessivpronomen verhalten sich wie Adjektive – sie gleichen sich an das besessene Ding an. Und es gibt ein Wort, das im Deutschen fehlt: svoj (das eigene) – dazu später mehr.
Gute Nachricht: Wer Adjektive angleichen kann (moj = wie novi), hat das Prinzip schon fast drauf.
Beispiele
Achte auf die Endung des Possessivpronomens – sie richtet sich nach dem Substantiv dahinter:
Zwei Beobachtungen: Das Possessivpronomen passt seine Endung ans besessene Ding an (moj brat, moja sestra, moje dijete) – genau wie ein Adjektiv. Und „njegov" (sein) bzw. „njen" (ihr) zeigt, ob der Besitzer männlich oder weiblich ist.
Die Regel
Gruppe 1: Die Possessivpronomen & ihre Angleichung
Zuerst der Überblick – für jede Person gibt es ein Wort:
| Person | Possessiv | Deutsch |
|---|---|---|
| ja | moj | mein |
| ti | tvoj | dein |
| on / ono | njegov | sein |
| ona | njen (njezin) | ihr |
| mi | naš | unser |
| vi | vaš | euer / Ihr |
| oni / one | njihov | ihr (deren) |
Und so gleicht sich „moj" (mein) an das besessene Substantiv an – wie ein Adjektiv:
| Besessenes Ding | Form von „mein" | Beispiel |
|---|---|---|
| Maskulin | moj | moj brat (mein Bruder) |
| Feminin | moja | moja sestra (meine Schwester) |
| Neutrum | moje | moje dijete (mein Kind) |
| Plural | moji | moji roditelji (meine Eltern) |
Gruppe 2: „njegov" oder „njen"? (sein/ihr)
Hier steckt eine doppelte Logik. Die Wurzel zeigt den Besitzer, die Endung das besessene Ding:
| Besitzer | Wurzel | Beispiele |
|---|---|---|
| er (männlich) | njegov- | njegov brat, njegova sestra |
| sie (weiblich) | njen- | njen brat, njena sestra |
Gruppe 3: „svoj" – das Eigene
Jetzt die bosnische Besonderheit: Wenn der Besitzer das Subjekt des Satzes ist, benutzt man „svoj" (das eigene). Das gibt es im Deutschen nicht – und es macht einen echten Unterschied:
| Satz | Bedeutung |
|---|---|
| On voli svoju ženu. | Er liebt seine (eigene) Frau. |
| On voli njegovu ženu. | Er liebt seine (eines anderen!) Frau. |
Deutsch ↔ Bosnisch
„mein/meine/mein" ändert sich nach dem Substantiv: mein Bruder, meine Schwester.
Für „sein/ihr" zeigt das Wort den Besitzer. Ein „eigenes"-Wort wie svoj gibt es nicht.
„moj/moja/moje" gleicht sich – wie ein Adjektiv – ans besessene Ding an: moj brat, moja sestra.
njegov/njen zeigen den Besitzer. Neu: svoj (das Eigene) für das Subjekt.
Viel ist vertraut: Das Angleichen kennst du vom Deutschen (mein/meine) und von den bosnischen Adjektiven. Zwei Dinge sind neu: die Endung folgt konsequent dem besessenen Ding – und das Wort „svoj", das im Deutschen einfach „sein/ihr" wäre, im Bosnischen aber „das eigene" betont.
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